Gedichte - Ver-dichtungen

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Gedichte

Literarische Texte
Ein paar Gedichte zum Einstimmen


Erinnerung

So wie die Saite einer Geige
schon alle Töne beinhaltet,
die sie jemals spielen wird,.

so ist die Erinnerung
die Melodie unsres Selbst.

Doch beide müssen erst bewegt werden.


Du sprachst von Masken

Welche Masken meinst du?
Die, die wir zu sehen meinen
oder
die Tarnkappen,
die unser Selbst
zu verbergen trachten ?

Wie dem auch sei,
gegen beides gibt es
ein Mittel:
Lachen,
herzliches Lachen.
Denn das Herz kann nur offen lachen,
ohne Maske.


Die Zeit

Als die Zeit geboren wurde,
war sie schon uralt
denn sie hatte die lange Reise
durch den Geburtskanal des Lebens hinter sich.

Und als das Leben die Frucht des Leibes anschaute,
wandte es sich ab vor Entsetzen und sagte:
Du bist nicht mein Kind.
Wie könnte ich dich verdient haben?

So wurde die Zeit ausgesetzt.
In einem Binsenkorb schwamm sie dahin
im Urstrom der Ewigkeit,
bis sie von dem Menschen gefunden wurde.
Und er nahm sie an Kindes statt an
Das Leben aber war seit den Tagen
Seiner Rolle überdrüssig
Erst als es den Menschen geboren hatte,
kam wieder Hoffnung in ihm auf.
Denn der Mensch versuchte dem Leben einen Sinn zu geben.

So trafen Zeit und Leben wieder zusammen
Aber wie hatten sie sich verändert.
Das Leben war an der Last des Alters fast zerbrochen,
die Zeit aber begegnete ihm in der schönsten Jugendfrische.

Da wurde das Leben noch bitterer als vordem.
Und es beklagte die Ungerechtigkeit des Schöpfers.
Die Zeit aber sagte: Klage nicht,
denn auch du wirst neu geboren werden.

Und sie fraß das Leben auf.

Der Mensch aber stand staunend daneben.
Seitdem wartet er auf die Neugeburt des Lebens
in strahlender Jugend -
denn er ist voller Hoffnung, der Mensch.


Die Leidenschaft und die Liebe

Die Leidenschaft, die ging einmal
Von Buenos Aires bis Nepal.
Dort traf sie dann die Liebe an
Und fragte diese schließlich wann
Werden wir uns wieder sehen
Und dann für immer, das wäre schön.
Die Liebe darob lächelt leis
Der Leidenschaft der wurds gleich heiß.
Gestehe nur, du liebst mich nicht.
Die Liebe aber zu ihr spricht:
Was gehen mich die Leiden an,
die du herumschleppst, denn irgendwann
vielleicht schon morgen glaubst du
fändst einsam du nicht deine Ruh
und legst dir eine Freundin bei
die Eifersucht – doch mir ist`s einerlei.
Ich kann dich lieben nur jetzt und hier.
Was danach kommt – was wissen wir.
Ich kann nicht planen und reisen wie du.
Ich wüsste nicht einmal wozu.
Lass uns den Augenblick genießen
Als ob wir nie uns je verließen.
Sprachs und gab sich jener hin.
Die Leidenschaft verlor den Sinn.
Seit der Zeit sucht sie die Liebe zu finden
Doch wo immer sie sich auch treffen –
Nie gelingt ihrs jene zu binden.



Spießbürgers Nachtgedanken

Was ich schon immer sagen wollte
Ist so banal wie aufregend.
Doch die Banalität
Verbietet mir
Das Sprechen
Und die
Aufregung
Raubt
Mir
Die
Worte.

So bleiben mir nur meine Gedanken
Dass das Leben schön ist,
Dass wir alle Gottes
Geschöpfe sind,
Mit gleichen
Rechten
Zu leben,
Zu lieben,
Uns zu
Entfalten
Und glücklich zu sein.

Wie
Schade,
Dass ich es
Nicht sagen kann.
Denn ich vermisse
Das Echo des Lebens sehr.

 
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