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Achtersinnige Gedanken-Second flush - Ver-dichtungen

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Texte und Bilder

Achtersinnige Gedanken-Second flush

Wolf Döhner
Achtersinnige Gedanken-Second Flush

Einige Beispiele

 
Am Anfang ist das Wort

 
Am Anfang ist wie stets das Wort.
Frei oder zögernd doch beständig
prägt es das Sein -
und lässt es nicht mehr los.
Seis nun das Wort,
das man sich gab
vor soundsoviel langen Jahren.
Seis, dass zum ersten Mal
ein neu geborner Laut
die Saiten unsrer Seele streicht.

 
Stets ist das Wort im Anfang
auch schon gleich sein Ende,
ist immer Gegenteil von Sein.
Das Stirb-und-Werde, das wir sind,
das ist den Worten ewig gleich.
Wir sind durch sie.
Doch was wir sind,
kann nie ein Mensch
in Worte völlig fassen.

 

 

 
Drum Mensch, gebrauche sie.
Sieh sie als Spiegel deines Seins.  
Lass dich durch sie
in deiner Seele rühren,
doch achte stets, wer Du
und wer das Bildnis sei.

 

 

 

 
Atmen im Jetzt

 
Du wünschst mir das Atmen im Jetzt.

 
Wie schön,

 
dass wir noch atmen können.

 
Da bleibt für das Jetzt

 
oft keine Zeit.

 

 

 

 
Augenblicke

 
Ja, es gibt Augenblicke,
die mehr sind, als das Auge
oder was auch immer, erfassen könnte.

 
Sätze bilden sich,
Verstehen formt sich
nur einen Wimpernschlag später.

 
Worte werden zu Antworten
der Fragen, die das Auge
noch unwissentlich formuliert.

 
Doch Vorsicht
vor den Wolfsfallen,
unseres Geistes.

 
Diese kennen nur die Beute,
den Besitz des Augenblicks
und die Bestätigung unserer Wünsche.

 

 

Ballade über die Zukunft in der Gegenwart

 
Die Zukunft fängt in der Gegenwart an

 
Und dann?

 
Dann treffen sich zwei tun dies und das
und haben zunächst einmal viel Spaß

 
Und dann?

 
Dann bricht die erste Krise ein
man missversteht sich, sagt "du Schwein"!

 
Und dann?

 
Dann tut ei´m alles furchtbar Leid
man zeigt Verständnis und verzeiht.

 
Und dann?

 
Dann rückt man näher, plant und schafft
und fühlt sich wohl im eignen Saft.

 

 
Und dann?

 
Dann nimmt das Planen Formen an
man spricht von Zukunft und von "wann"

 
Und dann?

 
Dann kommt das Leben voll in Fahrt
denn selbiges wird voll bejaht.

 
Und dann?

 
Dann ist auf einmal alles fremd
denn plötzlich
ganz ohne Vorwarnung
ist man gehemmt
voll böser Ahnung.

 
Was ist gescheh´n?

 
Wir leben jetzt, doch was wir tun
hat Folgen für die Zukunft nun.

 
Dies zu begreifen fällt oft schwer.
Nun wünschen wir ne Lösung her.

 

 

 
Die wird so oder so auch kommen
doch wird sie oft nicht allen frommen.

 
Was bleibt, ist Hoffnung nur was künftig
uns gegenwärtig scheint vernünftig.

 
Und so eh man´s gedacht
ist Zukunft dann in Gegenwart gebracht.

 

 
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